Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Finanzministerium in Meiningen v. <Januar> 1852 (Marienthal)


F. an Finanzministerium in Meiningen v. <Januar> 1852 (Marienthal)
(BN 727, Bl 24-25, 2 undat. Entwürfe mit 1 S. bzw. 1 ½ S. Umfang auf Schreiben des FM 1 B fol. 2 S. v. 30.11.1851 an F., der erste Entwurf auf 24R, der zweite auf 25V u. 25R. Datierung: Da die Zustellung des Vorschlags des Ministeriums im „Monat Decbr verflossenen Jahres“ erfolgte, hat F. sicherlich bereits im Januar 1852 seine modifizierende Zustimmung abgefasst.)

Finanzministerium Meiningen an F v.30.11.1851 in Abschrift
[Randnotiz F.s*-*, Bezug zu den beiden Briefentwürfen unklar]
*besth[ätigen] daß ich ganz geneigt bin auch bei Zurücknah[me]
dem landesmütterl[ichen] Sinn der Fr Herz. Hoheit ein schönes Mittel zu dessen zu dessen Beurkundung bietet.*
In Abschrift
an Herrn Professor Fröbel in Marienthal mit dem Ersuchen
um schriftliche oder mündliche desfalsige Erklärung anh[i]er
Schweina den 30. November 1851.
Herzogl. Untereinnahme.
(Lausmann)
Abschrift
Zur Beseitigung mehrerer Mängel bei der Molkenan-
stalt in Liebenstein ist beschlossen worden, den im
Hintergebäude des von Fischersch. Hauses befindlichen
Stall nebst darüber liegenden Boden, ferner den Garten
vom 1. May künft. Jahres an, wo der mit Herrn p Fröbel
bestehende Miethvertrag abläuft, genannter Anstalt
zur Verfügung zu stellen.
Herzogl. Amtseinnehmer wird daher beauftragt, mit
H p Fröbel darüber in Unterhandlung zu treten, ob er
geneigt sei, auch bei Zurücknahme der bezeichneten Gegen-
stände wieder auf eine Miethe des von Fischersch. Hauses/

[24R]
einzugehen, und unter welchen Bedingungen?
Hinsichtl. des Gartens ist demselben bemerklich zu machen
daß von der Molkenanstalt nur die Grasnutzung, und
ein Theil der Beeten in Anspruch genommen werde, ihm
also die übrigen Beeten zur Benutzung überlassen,
auch den Kindern das Spielen im Garten an dazu geeig-
neten freien Plätzen gestattet werden könne -
Geht Herr p Fröbel darauf ein, so ist von Herzogl Amts-
einnahme mit demselben ein Vertrag bis auf Grenzauszug
abzuschließen und dieser vorerst in Entwurf vorzulegen.
Meiningen, den 9.Nov. 1851
Herzogl. Staatsministerium, Abtheilung der Finanzen
<F. Hatfeld>
An die h. Untereinnahme in Schweina, um über
diesen Gegenstand mit Herrn p. Fröbel sich
zu benehmen. Salzungen, den 12. November 1851
Amtseinnehmer
N. 92840 Köhler.

a) 1. Entwurf

[24R]
In Beziehung auf die von der herzogl. Untereinnahme zu Schweina im Monat Decbr
verflossenen Jahres mir abschriftl. mitgetheilten Zufertigung des Hohen Staats[-]
Ministeriums Abtheilung für die Finanzen erkläre ich mich einerseits zur weiteren
For[t]setzung und vollkommeneren Ausführung der unter dem gnädigen Schutze Ihrer Hoheit
der Frau Herzogin im vorigen Jahre gegründeten Wohlthätigkeitsanstalt des Kindergartens
und andererseits zur Herstellung einer [Ver]Vollständigung der Herzogl Badeanstalt zu Liebenstein
zur Zurückgabe nahme des im Hintergebäudes des ehemal. v. Fischerschen Hauses befindlichen Stalles
nebst darüber liegenden Boden, so wie des Gartens unter nachstehenden kleinen Einschrän-
kungen gern geneigt, wie solche jedoch auch schon mit Herz. Badedirection mündlich besprochen und von ihr genehmigt wurden
erstl. Freygeben eines kleinen Theiles des Gartenbodens mit wenigem Graswuchs aufwärts links vom Wege, wie solcher auch schon im Sommer 1851. zum von den Spielen im Freyen benutzt wurde wodurch aber dessen Grasertrag wenig geschmälert wurde
erkläre ich mich gern bereit geneigt erst auch bei Zurücknahme der in gedachter Zufertigung bezeichneten
Gegenstände: als des im Hintergebäudes des von Fischerschen Hauses befindlichen
Stalles nebst darüber liegenden Boden, so wie den Garten unter den in gedachter
Zufertigung bemerklich <gedachten> weitern Bestimmung, daß von der Molkenanstalt nur die
Grasnutzung und ein Theil der Beete in Anspruch genommen werden, dem Kindergarten
also die übrigen Beete zur Benutzung überlassen auch den Kindern das Spielen im Garten
an dazu geeigneten freyen Plätzen gestattet werden könne - auf die fernere und
weitere und wo mögl nun mehrjährige Miethe des von Fischerschen Hauses ein[-]
mal zur Vervollständigung der Herzogl Badeanstalt, dann zur Fortsetzung und vollkommnen
Ausführung des unter der hohen Protection und gnädigen Schutze Ihrer Hoheit im vorigen
Jahre gegründeten Kindergartens - einzugehen und ich bin gern geneigt einen
[entsprechenden Beitrag zu leisten], wie ich auch schon wir [sc.: der] herrschaftl. Unternahme
bey Mittheilung der gedachten Zufertigung mündlich bestimmt aussprach[.]

b) 2. Entwurf

[25V]
An das Herzogl. Meiningsche
StaatsMinisterium Abtheilung
für die Finanzen
In Beziehung auf die von der Herzogl Untereinnahme
zu Schweina im letzten Monat des verflossenen
Jahres mir abschriftlich mitgetheilten Zugefertigung [sc.: Zufertigung] erkläre des
Hohen StaatsMinisteriums Abtheilung für die Finanzen erkläre
ich
erstlich, daß es ich mit unter nachstehenden kleinen Einschränkungen, wie solche jedoch auch schon mit Herzogl. Badedirection mündlich besprochen und von derselben auch genehmigt würden würden [2mal], gern geneigt bin
einerseits mit zur weiteren Bethätigung und vollkommneren Ausführung des Fischerschen der unter
dem Schutze Ihrer Hoheit der reg. Frau Herzogin in Bad
Liebenstein im vorigen Jahre begründeten Wohlthä-
tigkeits Anstalt des Kindergartens, höchstmögl welcher durch Hohe Bewil[li]gung
und höchste Geneh[migu]ng auf ein Jahr von Monat Mai 51
bis 52 das sogenannte Fischersche Haus in Bad Liebenstein
gegen einen Miethszins von Fl 75 jährlich nebst Garten
und sonstigen Zubehör Hof u Stallung eingeräumt wurde
zur Zurücknahme des im Hintergebäudes des von Fischerschen Hauses befindl Stalles
nebst darüber liegenden Boden, so wie des Gartens
-höchst wünschenswerth ist daß das hohe Staats[-]
ministerium sich geneigt fänden den Vertrag auf
weitere 2 Jahre zu den nachstehenden Veränderungen
zu verlängern; dagegen zweitens
zweitens erkläre ich mich zweitens auch gern geneigt
andererseits zur Herstellung einer vollständigeren Molkenkur an die Herzogl Badedirection wie ich auch derselben schon mündl erklärt habe daß ich dagegen auch gerne geneigt bin, gegen einen billigen Abzug oder Mithzins an den ebengenannten bis im nun bald verfloss. Jahr bestandenen Miethzins einmal sämtliches Gras bis auf einen kleinen Theil des Gartenbodens, aufwärts links vom Wege, wie derselbe auch schon im Sommer 1851 bei den Spielen der Kinder benutzt wurde, wod[urc]h aber der dessen Grasertrag wenig geschmälert würde abzutreten, ebenso3/4 des Grabelandes (1/4 wären zur Selbstbearbeitende Beetchen der Kinder des Kindergartens wichtig zur Heranbildung zu Fleiß u Selbstthätigkeit nöthig). Am Zweckmäßig geratensten wären dazu das Stück aufwärts vom Wege rechts, zuletzt aber die Gestattung der Herstellung einer Bank mit Tisch unter der großen Baumgruppe wod[urc]h jedoch ebenfalls wieder dem Gras <Benutzung> des Gartens nicht der mindeste Eintrag geschieht
dann bis ¾ des
Grabelandes und des Gartenlandes, endlich das Ggewünschte
Stallgebäude mit dem Bodenraum über sämmtliche
Nebengebäude zur Aufbewahrung des Winterfutters
für die Ziegen abzulassen; woge[ge]n es aber nöthig seyn würde wäre
die Räumlichkeit rechts von dem kleinen Schopfe zu einem
Holzraum für Benutzung Aufbewahrung des Winterholzes für die Anstalt und deren Führerin
der Anstalt zur Be-
nutzung wie bisher verbliebe; ebenso wäre es nöthig
daß von dem Raume des Grasgartensauch den Kindern
des Kin zur Benutzung bei den Spielen der Kinder im Freyen
auch das Stück entsprechendes Stück freygegeben bliebe was auch im verflossenen Jahre
zur Benutz[ung] [zur Verfügung stand] - desfalsigen weitern Vertrag mit den betreff.
Behörden abzuschließen, ja ich muß zu Gunsten und zur
Förderung der gedachten Wohlthätigkeitsanstalt geziemend
darum bitten. Was die weiteren Bedingungen Beding[ungen] [2x] betrifft, so glaube ich, daß diese bei den
bedeutenden Kosten welche die Kindergarten Kasse im vorigen Jahre zur Erstellung eines Zaunes so wie überhaupt zur Wohnbarmachung und somit [-]erhaltung selbst der inneren
Räume d[urc]h Wasser, Tapeziren, Anstreichen, Herstellung der Fenster rc. gz einfach in einer billigen Ermäßigung oder Mittragung Wiedererstat[tung] zu Hände der Hl. Badeanstalt zu zahlende billige Rest- Miethe bestehe/
[25R]
und ich meine daß dazu die runde Summe von 10 fl keinesweges zu viel
seyn würde; indem diese Ermäßigung wie nun überhaupt keinesweges nun mir sondern nur der
der [2mal] vollkomm[eneren] Ausführung der Anstalt zu Gute kommt, deren Ausbildung wie nach meiner
Ansicht selbst in sehr bestimmtem Interesse der Herzogl. Baade Anstalt liege,
der die durch die Entgeg[nungen] welche sich gegen dieselbe erhoben <was> sich überall
wo unbefugt das Urtheil herrscht, wie vielfach <dan[n]> zu bez[eugen] mögl ist - von
der Vortrefflichkeit derselben überzeugt, so wie besonders <an>
und so gewiß dann dies Bad mit <andern>
<Besuchen hoher> älterl[icher] Befriedigung [.]
Dieses hier nochmals schriftl[ich] wiederholend glaube ich zunächst der hohen <Zufügung>
vollständige Genüge geleistet zu haben. Mit gez. Ehrerbietung