Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an die >Keilhauer Gemeinschaft< v. <zwischen 1826 und 1852>


F. an die >Keilhauer Gemeinschaft< v. <zwischen 1826 und 1852>
(KN 57,1) (Entwurf)
(Der Briefentwurf ist in Briefliste nicht erfaßt. In KN werden die Keilhauer als Adressaten vermutet, was wohl richtig ist. Er ist in KN ohne Begründung einsortiert, als gehöre er zum Jahresanfang 1847. Das ist nicht zwingend. Der einzige Anhaltspunkt für die Datierung ist die Rede von der mehr als zwanzigjährigen Prüfung. Der Brief ist also über 20 Jahre nach einem einschneidenden Ereignis verfaßt. Als Bezugspunkte kommen in Frage: 1806 (dann Brief v. 1826/1827), 1811 (dann Brief v. 1831/1832), 1816 (dann Brief v. 1836/1837), 1831 (dann Brief v. 1851/1852).- Der Duktus (Rede von einer Lebensdarstellung) weist eher auf den älteren F., weshalb der Brief nicht vor 1826 abgefaßt sein dürfte.- Der Begriff "<Jugend> Kampf" könnte auf eine nicht allzuspäte Datierung hindeuten.
Im KN-Katalog wird außer diesem einen Zettel notiert: "+ Mal ? Zettel 1 S.". Dieser Eintrag wirkt so, als gehöre noch ein weiterer, einseitig beschriebener Zettel dazu. Ein solcher ist aber nicht vorhanden.)

[1]
Ich sage Euch daß ich zu der Darstel[lun]g dieses
Lebens keinen von Euch mir für verpflichtet achte
daß ich die Theilnahme daran von Niemand u am
wenigsten von Euch fordere, allein ich sage
Euch, daß der Darstel[lun]g dieses Lebens, dieses
Wirken u Handelns einzig mein Leben, mein
Herz, all mein Denken u all mein Empfinden ge-
widmet ist u daß ich keine menschliche
keine Lage des Lebens kenne wo ich für dessen
Darstell[un]g in mein[em] Empfinden u Denken [-] und
auch Denken ist Handeln - nicht thätig seyn
werde, denn ich empfinde fühle u erkenne
darinne nur einzig <von / ein> mir <deren> Mensch[en]we-
sen, der <Menschenwürde> der Menschen <D[ar]st[ellun]g>
der Jetzigen Entwickl[un]gsstufe der Menschheit würdiges
befriedigendes Leben; nur
einzig das Leben was allen Forderung[en] der <Menschheit>
aller Sehnsucht des Menschl. <Geistes> u Allen
Forschungen des Geistes <genügt> u Entspricht
dieß sind die Gesinn[un]gen die E sich Euch stets in mir welche <Form>
u Gestalt <auch> mein Leben habe, in <mir> Leben wird /
[1R]
Äußere Anerkenntniß bestim[m]t innere Wahrheit
nicht. <Jugend> Kampf Ein flüchtiges Ansehen u <darf / durch>
<ersehnendes Verdammen konnte> die in[n]ere Bestätigung einer mehr [als] 20Jährigen Prüfung
nicht vernichten[.] [Text bricht ab]