Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <?> <nach 1843>


F. an <?> <nach 1843>
(BN 707a, Bl 97 1 Bl 4°, 2 S. Undatierter Briefentwurf)

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Da ich wohl voraussetzen kann, daß es Ihnen
lieb ist auf Ihre vertrauende Zuschr. d.d. <?> v. M.
eine baldige Erwiderung von mir zu erhalten, so beeile
ich mich Ihnen dieselbe zu beantworten ob es mir gleich
nicht mögl ist für diesen Augenblick Ihr[en] Wünsch[en] u Hoff[nungen]
mit wegen Sie solche an mich ergehen ließen zu entsprechen [.]
In unsere Anstalt ist das zeigt sich in diesem Augenbl[ick] kein betreffendes Bedürfniß dessen zu dessen Befried[igung]
wir von Ihnen hoffen In Ihre Dienste anbei wir Ihre Kenntnisse
u Erfahrungen nach Ihrem Wunsche verwenden könnte[n]. Jedoch wäre es mögl[ich]
daß sich zwar in <gewöhnlichem> Halbjahr Wechsel [nicht] allein danach später jedoch nicht zu nächsten Ostern die Umstände dazu günstig zeigten[.]
Singlich würde dann vorher noch gar Manches zu erwarten
seyn nicht sowohl in Hinsicht auf Ihre Kenntnisse sondern in Bezieh[ung]
<auf> Ihre ich möchte sagen natürl Neig[un]g u Anlage sich auch zugleich mit kleinen
aber auch vorschulfähigen Kindern <mit> erziehend entwickeln[d] u bethätigend geistig u leibl bethätigend zu belehren zu beschäftigen <da> nicht eigentlich unterrichtend zu lehren[.]
Eine eigentl[ich] lehrende u bildende Sprache lehrende Stelle scheint Ihrem ge-
sammten Bildungsgange am entsprechendsten zu seyn; zumal da Sie
sich auch nicht [?] d[urc]h Neigung veranlaßt gesehen zu haben scheinen, sich etwas
mit Musik namentl[ich] mit Singen sey es auch nicht wenig zu beschäftigen
Indem dieß in den Stellen wo ich vielleicht Wirksamkeit Ihn[en] nachweisen
könnte, nun doch bei der Erziehung Pflege noch vorschulfähiger Kinder als ein
wesentl[iches] Erzieh[ungs-] u Entwickelungs Mittel namentl der Wirk Gemüths
u der Sin[ni]gkeit erkannt wird. In Beziehung auf diese Wirksamkeit wenn
ich Ihnen vielleicht eine solche nachweisen könnte würden wir uns also
erst später verständigen müssen. Mich aber jetzt jedoch einfach
an das haldend [sc.: haltend] was mir Ihre Zuschrift vertrauensvoll /
[97R]
ausspricht, so würde ich Ihre Wünsche nach verschiedenen
Punkten hin an Freunde von woher Ihnen vielleicht Erfüllung werden kann
<ausprechen <ver>senden u einen derselben will ich Ihnen sogl nennen. Es ist
dieß HErr Adolph Frankenberg, Vorsteher eines Kindergar-
tens in Dresden in der Nähe der Lateinstraße im ehemaligen
Garten zu d[en] 3 Rosen. Von welchem ich weiß daß bei
ihm zum öftern welche Person[en] Ihrer Kenntnisse gesucht werden.
Hätten Sie Aber vielleicht selbst Gelegenheit besondere Verbindungen sel[bst] in eine Ihnen liebge-
wordene Stadt (nur Leipzig soll nicht dazu geneigt [seyn]) vielleicht Halle
Wittenberg, Magdeburg, Dessau eine[n] <gleichen> Kindergarten wie HEr Frkbg
in Dresden, d[urc]h eine Kinderpflegeanstalt worinn Kinder d[urc]h äußere ausübende Thätigkeit u Beschäftigungen zugl erzogen u belehrt werden auf eigene Hand u Rechnung d[urc]h
förderl[iche] Mitwirkung Anderer
gar zu führen, so würde
ich Ihnen dazu in so weit gern die Hand biethen, als Sie sich hier
d[urc]h Theilnahme an ein[em] 1/2jährigen Bildungscursus dafür ausbilden
u erziehen wollten. Ob ich nun gleich Ihnen auf Veranlas[sung] der <Gewähr> des HErn
Frank[en]b[er]gs - (auf welche Sie sich jedoch in Rückbezieh[ung] auf mich selbst anführend wenden können
dieß <vorstehende> Aussprach, so erwähne ich jedoch nochmals, daß mir
dieß nach Ihrer Zuschrift keine von den Wirksamkeiten zu seyn scheint die Sie suchen
Indem Sie besonders die <?> Sprache zu lehrende Wirksamkeit wünschen
doch wollte ich mich Ihnen wenigstens da ich mir es nicht mehr mögl ist
in Vorschlägen die meine Verhältnisse nahe legen [mich] theilnehmend [zu] zeigen. Gelegentlich müßte ich Sie dann doch
um einige Erläuterungen bitten wie Sie es
bei einer Ihnen irgendwo anzutragenden Wirksamkeit mit Ihren <Wünschen>
zu machen gedächten u welche Wünsche Sie noch im besondern bei [Text bricht ab]