Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, Januar 1905 (Wilmersdorf, Postkarte)


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Liebes Fräulein Hadlich! Heute morgen erhielt ich Ihre liebe Karte vom Goethehaus, in das Sie aber lieber hätten hineingehen sollen! Gleichzeitig die definitive Nachricht über meine Dissertation, die ich Ihnen - unter 4 Augen (?) - anvertrauen will. Paulsens Gutachten umfaßt 3 Folioseiten, die ich nicht lesen durfte, bis auf die Schlußworte: valde laudabile (= sehr gut) Stumpf soll etwa geschrieben haben, das Thema wäre zwar etwas hoch gestellt für meine Jahre; es paßte für einen, der schon 10 Jahre auf diesem Gebiet gearbeitet hätte. Trotzdem hätte ich mich so bewährt u. belesen gezeigt, daß er nicht anders könnte, als zustimmen. Außerdem verriet der Pedell
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| daß P.s. Referat überaus schön wäre. Verzeihen Sie, daß ich so viel von mir rede. Aber da mein Vater kein Wort d. Gratulation für mich hatte, habe ich einen gewissen Hunger nach Interesse. <re. Rand> Meine Mutter dankt Ihnen herzlich für Ihre freundlichen Zeilen. Bitte Empfehlungen an Frl. Knaps. <Kopf> Hoffentlich fahren Sie zufrieden u. auch etwas erholt in Ihre schöne zweite Heimat zurück. Ach wer da mitwandern könnte. In der lieblichen Winterszeit. <li. Rand> <Gedruckt: Gruß aus Dt. Wilmersdorf>, wo ich in der <Gedruckt: Turnhalle> augenblicklich Kopf stehe vor d. Examen.