Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 13. August 1905 (Freudenstadt, Postkarte)


<Poststempel: 13.08.05>
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Heil Ihnen und Sieg! Kein Höflichkeitsakt, sondern ein Triumph! Ich bin selbst erstaunt, wie klug Sie waren und wie leicht es diesmal der Einsicht gemacht wurde, zur That zu werden. Selten so viel Willfährigkeit bei einem Philosophen gegenüber seiner - Vernunft, selten so viel Energie u. Selbstüberwindung. Denn reizend ist das Neckarthal
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| über alle Begriffe eines Heidelbergers. Es bleibt mein Kleinod. Was nützt mir nun der kahle Fleck (s. Abbildung I). Wenn Sie also noch einmal fragen werden: Ist es sehr schön dort? so werde ich fragen: Malen ist wohl eine schwere Kunstfertigkeit? Für Ihre Karte herzl. Dank. Habe heute Fensterpromenade bei Ihnen gemacht u. teile Ihnen mit, daß Sie verreist sind. Wenn ich nicht so entsetzlich nervös gewesen wäre, wäre ich v. Eberbach nicht fortgegangen. Also "verminderte Zurechnungsfähigkeit". Meine Eltern werden sagen: Unzurechnungsfähig. Adr. Hirsch <li. Rand> Murgthalstraße. Sagen Sie, was Sie wollen, mit meiner Poesie ist es zu Ende. Herzl. Gruß