Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8. November 1905



Hintze ist ein Mann, dessen gründliche, allseitige, nüchtern idealistische Durchdringung der Geschichte ich mit begeisterter Verehrung immer wieder vernehme. Obwohl ich selbst nicht entfernt so tief eingedrungen bin, wie er, bleibt seine Arbeit doch nur ein Ferment, ein Beitrag zu dem geistigen Ausdruck, auf den die Bildung und die Aufgaben unserer Zeit heute gebracht sind. Und wenn Riehl von der Wissenschaft redet, so möchte ich wissen, ob er sie hat und ob sie schließlich etwas andres ist als der erwähnte metaphysische Abschluß seines persönlichen Wissens. In diesem Sinne werde ich, wie jeder Philosoph, auch einmal bei einer Metaphysik enden, die nur durch den Grad ihrer Genauigkeit von jeder anderen unterschieden ist, die die positiven Wissenschaften nicht gerade verachtet.