Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 6. Juli 1906 (Pichelsdorf, Postkarte)


Kaiser-Wilhelmsturm, Grunewald, am 1. Ferientag 1906. LFH! Erst heute komme ich dazu, Ihnen zu dem doppelten Fest Hermanns herzlich zu gratulieren. Wie schnell er nun alles hintereinander erreicht hat! Ich hoffe, noch einen Brief zu schreiben, möchte Ihnen aber heute bereits mitteilen, daß ich, falls kein besonderer Zwischenfall eintritt, am 20. d. M. Nachm. 5 Uhr (wie 1904) bei Ihnen anklopfen werde und herzlich gern auch den 21 daselbst mit Ihnen verleben wurde. Ich komme als ein fugitivus errans, erdrückt von der Überfülle innerer Gärung, oder dasselbe physisch ausgedrückt: äußerst nervös. Wollen Sie's mit mir wagen? - Ich habe heute eines der glücklichsten Vierteljahre m. Daseins abgeschlossen u. empfinde seit mehr als 1 Jahr zum ersten Mal das Bedürfnis nach einer einsamen Grunewald-Wanderung. Herzl. Grüße u. (einstweilen) Empfehlungen an Frl. Knaps Ihr E.S.