Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, Anfang 1907


<Ende Dezember 1906 oder Anfang Januar 1907, siehe Sprangers Brief vom 22.12.1906>
Sie wollten über den Fall Meta Heymann etwas wissen. Sie gibt ihren Aufsatz zu spät ab, 25 Seiten geschmiert, Blätter in dreierlei Format und einige Haare eingelegt. Dies alles passabel. Widerwärtig und taktlos aber der überschwängliche Stil und der geschwätzige Blödsinn, der drinstand, so daß ich das Heft garnicht unter den übrigen lassen konnte, etwaiger Recension wegen. Ich machte den Fehler (um mich zu sichern) und gab dem Direktor das Heft. Der nahm die Sache in die Hand, war ganz m. Meinung und kam selbst, um die Rede zu halten. Das war von mir nicht beabsichtigt und bedeutete sofort eine Erschütterung des Vertrauens, um so mehr die ganze Sache kein Kriminalfall war u. die eigtl. Motive m. Vorgehens den unbeteiligten Mädchen ganz unverständlich bleiben mußten. Sie dachten, das Vergehen richtete sich gegen die Länge. Ich habe mich sehr über mich geärgert und mir geschworen, daß ich in allen künftigen Fällen mir durchaus selbst helfen werde! Glückliche Heimreise!