Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8. Juli 1907, (Berlin), Postkarte


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8.7.07.
"Da rat' ich dir, reis' du ins Graubündner Land, das ist das Athen der heutigen Gauner." Räuber II,3.
Liebes Fräulein Hadlich! Zur Nachricht, daß ich auf Grund Ihrer Verschickung mich nun am Mittwoch früh hier fort deportiere, und zwar über Stuttgart, Friedr. etc. mit den von Ihnen bezeichneten Zügen, doch Mittags- u. Zollpause in Friedrichshafen. Wie soll ich Ihnen danken für die Mühe, die Sie sich mit der Feststellung der Route u. all den übrigen Ratschlägen gemacht haben! Es ist mir alles unendlich wertvoll und
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| wird treulich befolgt werden, sofern ich nicht zu dumm dazu bin. Darf ich Sie nun noch um eine weitere Güte bitten? Paulsen hat am 16.VII. Geburtstag; ich möchte ihm ein paar Blumen von den Churwälder Wiesen schicken; er liebt das, u. etwas anderes darf ich ihm nicht dedicieren. Würden Sie mir vielleicht 2 dafür erforderliche Papphüllen, wie man sie wohl in Heidelberger Blumengeschäften, aber nicht in Ch. bekannt, als Drucksache schicken an die Adresse, die Sie von Stuttgart oder gleich darauf erhalten? Ich habe nämlich an die Post in Ch. geschrieben. Verzeihen Sie d. Kühnheit u herzlichen Dank schon heut. Es freut mich unendlich, daß es in Cassel besser geht. Hiermit einen letzten Gruß aus dem Ch., das Charlottenburg bedeutet.
Ihr dankbar <li. Rand>ster
Eduard Spranger.

[re. Rand] Fahren Sie fort, recht gesund zu werden