Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 14. August 1907 (Berlin), Postkarte


14.VIII.07.  L. F. H! Da ich gerade an einer Post vorbeikomme, schnell ein paar Worte als Antwort auf Ihre Karten ab Chur u. Parpan. Es freut mich, daß Sie Nr. 1 haben, was damals nicht frei war. Es ist besser eingerichtet, obwohl nicht so luftig. Hier alles im Gange. Schulanfang seitens der IIa heute matt und lau; gelang mir nicht, sie heranzuholen. L. Menz fehlt. Gestern waren 4 Lehrkräfte abwesend! Habe schon manches geschafft. Der pädagog. Aufsatz ging sehr schnell; ich habe etwas Tyrtäisches hineingelegt, vielleicht zum Schaden der Schärfe; mag er nun seinen Weg gehen. In den nächsten Tagen erhalten Sie eine kl. Recension, die ich in Churwalden geschrieben habe; darin befindet sich eine Klammer, die buchstäblich auf Traumeingebung beruht. Sonst hätte ich sie fortgelassen. - Hier ist es schwül; wie dort? Sehen Sie Frl. Schilplin und konnten Sie m. Grüße bestellen? Genießen Sie die Zeit recht. Ich weiß ein Land, wo es noch gesünder ist: "Unter den Dolomiten." Frl. Pauls dokumentiert es. Herzlichste Grüße an Frl. Knaps u. Sie selbst  Ihr Eduard Spranger.
[li. Rand] Ihr habt mein Schlafzimmer zu einer Malergrube gemacht. Furchtbare [re. Rand] Anarchie. Überall macht man sich weiß. Wo soll ich mein [Kopf] Haupt hinlegen?