Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 25. Oktober 1907, Briefkarte


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25.X.07.
Liebes Fräulein Hadlich!
Ihr langes Schweigen beginnt mich zu beunruhigen. Haben Sie meinen Brief u. das darauf folgende Paket erhalten? Sind Sie gesund? Ich will nicht daran denken, daß das Gegenteil der Fall sein könnte. Wäre es aber wirklich, so dürfte ich doch darauf rechnen, von Frl. Knaps ein paar Zeilen zu erhalten? Also bitte nehmen Sie mir diese Ungewißheit.
Ich habe Ihnen schon ausführlicher schreiben wollen, und der Anfang liegt noch immer unvollendet da. Ich dachte immer, Sie nichts von
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| vorübergehender Nervosität merken zu lassen. Leider komme ich zu der Ansicht, daß es diesmal keine vorübergehende ist. Sonst geht hier ja alles im ganzen nach Wunsch, manches sogar gestaltet sich aussichtsreich. Aber ich empfinde keine Freude daran. Sobald ich dazu wieder fähig bin, erstatte ich Ihnen ausführlicher Bericht. Hoffentlich tragen Sie durch ein paar Zeilen zu meiner Belebung bei!
Herzlichste Grüße und Wünsche "auch so" stets Ihr
Eduard Spranger
Viele Wünsche an Frl. Knaps!
[re. Rand] 2.XI. Reformationsrede.