Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, Mitte Oktober 1907


<offenbar Beilage zum im Brief vom 8.10.1907 erwähnten Paket>
Die Bibliothekslaufbahn ist doch nicht so einfach. Ich bin neugierig, ob sie m. Empfehlungen benutzt.
Professor Fuji hat mich unendlich dadurch gerührt, daß er 3 Stunden vor seiner Abreise nach Tokio (durch Sibirien [über der Zeile] 3 Wochen!) bei mir war und mich mit Geschenken überhäufte (Schlipsnadel u. japan. Ansichten, beides sehr interessant.) Dabei habe ich ihm aus Dresden die letzte Karte geschrieben u. mich seitdem nicht um ihn gekümmert.
Hermann u. s. Frl. Braut werden Sie vielmals von mir grüßen und ihm sagen, daß ich ihm Glück wünsche zur Befreiung u. für alle Zukunft. An direkte Nachrichten kann ich, wie Sie wissen, noch garnicht denken; auch Frl. Knaps schulde ich längst solche. Mir ist wieder ein ganzer Stoß wertvoller Bücher (von Eucken selbst, Lamprecht u. Rein) ins Haus gesandt, die ich z. T. besprechen muß, zum Teil lesen müßte, weil sie es verdienen. Von Gaudig ist in Reins Werke "Die Deutsche Schule" wieder ein ausgezeichneter Artikel, einer von denen, die mit jedem einzelnen Wort befruchten; phänomenal! Ich hoffe sehr, durch m. am 15.X. u. 1.XI. bei Noth erscheinenden, mir zu populären Aufsatz mit ihm in Verbindung zu kommen. - Liegt mein Fechner in Heidelberg aus? - Über den Zuwachs an Kunstbeflisse <quer links> nen bei Ihnen freue ich mich sehr! Hoffentlich erleben Sie soviel Freude wie ich. Ich habe mit Wonne <quer links> gelesen, daß Sie nach frohen, erfolgreichen Stunden von Ihrer Depression befreit sind. Suchen <Kopf> Sie auch dies ja! Gibt es Kunstblätter außer Kunstwart.