Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 31. Dezember 1907 (Charlottenburg, Briefkarte)


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Charlottenburg, den 31.XII.07.
Liebe Freundin!
Zürnen Sie mir nicht, wenn ich so kurz an der Jahreswende vor Ihnen erscheine. Was ich Ihnen zu sagen habe, was ich Ihnen wünsche, ist zu tief und viel, als daß ich es in dieser unruhigen Zeit voll vor Ihnen aussprechen könnte. Daß aber meine Gedanken bei Ihrer lieben Familie, bei Ihnen und Ihrem Befinden, Ihrem Beruf als Künstlerin und Bildnerin weilen, und daß ich auf all diesen
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| Gebieten das Schönste wünsche, folgt schon daraus, daß ich alles dies zugleich mir selbst wünsche. Das neue Jahr kann mir nichts Wertvolleres bringen als die Fortdauer Ihrer treuen Gesinnungen, und ich bitte nicht darum, sondern ich vertraue darauf. Am meisten erfreuen Sie mich durch gute Nachrichten von Ihrer Gesundheit. Möge Ihnen dies und alles, was Ihr Dasein verschönern kann, im neuen Jahre erblühen, in dem ich bleibe, wie stets, Ihr Ihnen in Freundschaft und Dankbarkeit innig verbundenener
Eduard Spranger.