Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 12. Juli 1907 (Heidelberg)


<Poststempel: 12.07.1907>
L. H. Spr. Dank für die Karte aus Biberach, ich schicke gleichzeitig die Schachteln an die gewünschte Adresse. Aber was hatten Sie gegen Ulm, daß sie doch den Umweg über Stuttgart machten? Ich kann es nicht verstehen u. finde es ganz kränkend, daß Sie in Osterburken vorüberfahren konnten. Hätten Sie wenigstens Aenne in St. treffen können! - Wie ging es weiter? Klappte der Anschluß, war das Billet da? Hoffentlich haben Sie nun in der Post ein gutes Zimmer und sind auch sonst zufrieden. Liegt Chur nicht wundervoll? Kennen Sie Jürg Jenatsch, das muß man eigentlich dort lesen. - Ich lese mit gr. Interesse: Gaudig, Mädchenschule u. Leonardo d. V., Aphorismen. Ich bin viel allein, gehe meine paar Stunden im Haus u. liege sonst noch viel, teils im Zimmer, teils im Garten. Von Cassel hörte ich noch nichts wieder, hoffe stündlich auf Nachricht. Morgen hat Hermann Geburtstag. Der wird sich freuen, den Dienst nun bald hinter sich zu haben. Gerta kommt vielleicht für ein paar Tage hin. - Haben Sie meinen postlagernden Brf. in Ch. vorgefunden? Sonst holen Sie ihn nur. Und wenn Sie ihn zu dringlich oder zudringlich finden, antworten Sie doch, es ist ein gutes Werk, denn mit Kranken muß man schonend umgehen. Ach, ich wollte, ich könnte stattdessen mit Ihnen in Graubünden umher"stromern". Mit Ihrer Karte zugleich kam eine aus - Freudenstadt! Möchten Sie auch an Ch. rechte Freude u. Erholung haben. Hier scheint heut die Sonne. Recht herzliche Grüße sendet Ihnen Heidelberg u. K.H.