Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 5. November 1908 (Charlottenburg, Postkarte)


5.XI.08.
Liebe Freundin! Hoffentlich gehen Sie in dieser erkältungsreichen Zeit umher schnupfenfrei und frei von Fehle! - Meinem ausführlichen Bericht von heute vor 8 Tagen habe ich hinzuzufügen, daß ich gestern m. Vorlesungen in Steglitz erfolgreich vor mehr als 100 Zuhörern in einer schönen Aula begonnen habe. Ein großer Stab von Freunden hatte sich eingefunden: 3 Damen v. Exkollegium, Klara Runge mit Mutter, mein Onkel, Registrator Löwenthal u. zu m. großen Freude auch Frl. Paulsen. Es war ein gebildetes Publikum; trotzdem habe ich das Gefühl, zu schwer gesprochen zu haben. - Eben habe ich nun endlich den Rousseau bekommen; ein unmögliches Konglomerat v. Stilen. Ich schicke ihn aber erst Mitte nächster Woche, wo ich den Humboldt hoffentlich beifügen kann. Hoffentlich höre ich bald Gutes von Ihnen Herzliche Grüße an Sie u. Frl. <re. Rand> Knaps Stets Ihr E. Sp.