Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 31. Dezember 1908, (Charlottenburg, Briefkarte)


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31.XII.08.
Liebe Freundin!
Sie erhalten hier die "übliche Karte, mit der Sie zu Neujahr abgefunden werden." Wenn Sie ihr auch nicht hold zu sein scheinen, so wird sie Ihnen doch sagen, daß ich beim Übertritt ins neue Jahr Sie mit den herzlichsten Wünschen geleite und daß ich, was wohl sinnvoller ist als alle Wünsche, auch dann an Ihrem inneren und äußeren Leben in alter treuer Verbundenheit teilnehmen werde. Bleiben auch Sie mir nahe; dann wird uns Sonnenschein und trüber Tag gleichmäßig leicht werden. Was
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| sollen wir uns mehr wünschen?
Durch Ihren lieben Brief mit seinen interessanten, mannigfachen Einzelheiten haben Sie mich zum Jahresschluß innig erfreut. Ihn heute zu beantworten, ist leider unmöglich; denn ich habe ca 60 Gratulationen zur Post zu befördern, nachdem ich vormittags schon im Archiv als Abschreiber tätig war. - Dem verflossenen Jahr weine ich ich keine Träne nach. Es hat mir in seiner 2. Hälfte viel geraubt.
Ich bitte Sie, meine Glückwünsche auch allen Ihren Lieben, besonders Hermann zu übermitteln. Beginnen Sie 1909 gesund und froh, und bleiben Sie es, wie auch ich es zu sein versuchen werde. Herzlichst Ihr Eduard.
[re. Rand] Ich vergaß neulich für die Klammern <Kopf> zu danken. Mögen sie nun ein Neujahrsymbol sein!