Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 19. Juni 1909 (Charlottenburg, Postkarte)


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<Poststempel: 19.6.09>
Liebe Freundin! Herzlichen Dank für Ihren lieben Brief mit dem Bidassoablatt, Originalschreiben etc. Ausführlicheres darüber brieflich. Haben Sie auch an die Fahrt gedacht, die wir gestern vorm Jahr machten (18.VI.)? Mit Ihrem Vetter war ich leider nicht zusammen. Er konnte nicht, da sein Bruder, (der Griesbacher) durchreiste. Vielleicht nächste Woche. Während der Sitzung war ich mit m. Vater in Hohen-Schönhausen. Über den Ausfall weiß ich noch garnichts, da ich mit dem Pedell keine Intimität anfangen will. Vorher aber traf ich Lenz, dem ich noch eine Gefälligkeit erweisen konnte. Er versprach hinzugehen. Es wird ja wohl geklappt haben, wenn D nur genügend geheizt hat. Mit s. Auff. hat er sicher unrecht. Meinecke (Freiburg) schreibt mir "wie tiefen Eindruck H. auf ihn gemacht u. wie dankbar er es in sich aufzunehmen versucht habe." Aber die Nerven! Gestern Nieschlingabend, 9 Mann, sehr harmonisch
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| bis ½ 2. Nachher fahre ich nach Lehnitz. Kann mir's ja leisten. Wer beim Zahnarzt 38 M läßt (um dann noch nicht beißen zu können) ist jedenfalls ein Plombenreiher. Ich verstehe nicht, wie Sie mir Bissigkeit vorwerfen können. Ich muß mich im Gegenteil sehr schonen u. bevorzuge daher das Trinken. Otto, Registrator, Ludwig, Havenstein; Hillgenberg waren gestern alle dabei. Morgen gehen sie über den Königstuhl <li. Rand> u. die verborgene Knapsbank nach dem Kümmelbacher. Herzlichste Grüße Ihr kratzbürstiger <Fuß> Freund.
[li. Rand S. 1] Budenbender ladet mich zum 10.VIII auf d. Johanniskreuz b. Trippstadt ein.