Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. Juni 1909 (Berlin), Postkarte


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27.6.09.
Liebe Freundin!  Wenn auch nur per Postkarte, so möchte ich Ihnen doch dokumentieren, daß ich Ihrer heute besonders lebhaft gedenke. Ein schwieriger Tag; sonst war ich unter Rosensträußen ganz verborgen; diesmal natürlich bleiben die Gratulanten fern. Trotzdem hatte ich eben (vorm.) die ganze Bude voll Menschen, darunter 1 Gratulant. Gleich nach ihm (Ludwig) kamen Otto, Nieschling u. Mäxi Hagen, zuletzt der Registrator. So hatten wir ein ganz gemütliches Frühstück. Ludwig hielt die Rede über mein bisheriges Lebenswerk, indem er es in eine moderne Abkürzung zusammenfaßte: vom Humboldt den Anfang, v. d. Grundlagen das U, v. der Geschichtswissenschaft das G – Humbug. Nachm. fahre ich nach der Bergmannstr. Heute Abend erwarte ich nur m. Onkel. Gestern nach der Disputation vor illustrer
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| Corona ein langes Promotionsdiner. Harnack m. Tischnachbar, Kaftan vis-à-vis. Interessante Gespräche mit Riehl. Morgen hoffe ich auch eine Zeile v. Ihnen zu erhalten. Über d. Gedenken v. Frl. Knaps habe ich mich herzlich gefreut. Die Erledigung der Angelegenheit hat inzwischen programmmäßig stattgefunden. Herzlichste Grüße auch an unsre Freun<re. Rand>din Ihr E.
[li. Rand S.1] Kügelgen wollte heute bis Mittwoch kommen. Mußte natürlich abtelegraphieren.