Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 5. Juli 1909 (Berlin, Postkarte)


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<Poststempel: 5.7.09>
Liebe Freundin! Es tut mir sehr leid, daß Sie aus C. wieder ungünstige Nachrichten haben. Bitte halten Sie mich doch ja auf dem Laufenden, ob die Besserung von neulich andauert. Könnten meine Wünsche doch helfen! Ihr Vetter ist jetzt nach C. abgereist. Er war am Do. Abend noch bei mir u. wir haben bis in die Nacht philosophiert - über das Absolute! - Die Ankunft des Pakets sollte Ihnen keine Sorge machen. In unsrer Kleinstadt wird nämlich Sonntags nicht ausgetragen, noch viel weniger aber was - nachgetragen. - Spiritismus in H. ist unheimlich u. bedrohlich; erlaube mir demnächst die Kr. d. r. Vernunft zu senden, da Katechismus nicht geholfen. Nieschling Mittwoch abgereist; bei völliger gegenseitiger Freiheit eine Zeit wirklich harmonischer Sympathie. - Warum haben Sie nichts v. d. Heidelberger Akademie geschrieben? Reuther war in H. u. hat Windelband - gesprochen aber nicht gesehen. (per Telephon)
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| M. Angelegenheit ist v. D. u. R. erledigt, steht für 8. VII. wieder auf d. Tagesordnung, wo Thema u. Termin sich entscheidet. Ursprüngl. war an 5.VIII.! gedacht. Doch hoffen Ped. u. ich, daß stattdessen eine a. o. Sitzung eines Montags eingeschoben wird, z. B. 26.VII. Ewiges Hangen u. Bangen, nutzlose Zeit. Eben bei Knauer, weniger gut, doch gesprochen. Herzl. Grüße an Sie u. die Seherin Ihr E. Sp, dessen Auge aus lauter Angst vorm Arzt v. selbst geheilt.