Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 14. September 1909 (Charlottenburg), Postkarte


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<Poststempel: 14.9.09>
Liebe Freundin! Vor Ihrer Abreise nur kurz diesen Gruß u. vielen Dank für die Nachrichten in Wort u. Bild. An allem habe ich lebhaft teilgenommen u. freue mich vor allem des guten Befindens Ihrer verehrten Tante. Warum melden Sie mir von sich nicht gleich Gutes? Möge der freundliche Herbst Ihnen wohltun! Heute war ich auf dem Marienfriedhof; das Unkraut war fort; ein paar Astern blühten im Epheu. -
Ist es der Herbst, der die Welt so bunt färbt? Meine Sachen kommen nicht zur Ruhe. Erzählungen v. Knauers ließen heute den Kontrakt mit Böhm als fraglich erscheinen wegen Genehmigung. Als ich nach Haus kam, hatte Frl. Dörstling mir Besuch gemacht u. sehr bedauert, daß ich vergeben war (sehr schade!) Zugleich finde ich - Verlobungsanzeige v. Kügelgen. Den dafür passenden miltärischen Ausdruck kennt nur Herr Kurt.
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| Familie Eucken enthusiasmiert. Gertr. Bäumer hübschen Brief. Interessante Humboldtfunde im Ministerium. Arbeit bis über die Ohren. Vorlesungszweifel. Was wird der Winter bringen? Gestern mit Registrator im Tegeler Wald, dort, wo wir ruhten, erinnern Sie sich der Wegkreuzung? Bald mehr. Glückliche Reise u. herzliche Grüße v. m. Vater u. mir an Sie u. alle Freunde. Stets E.
[li. Rand,S.1] Geschäftlich soeben 4 Briefe 2 Karten geschrieben; so oft!