Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 17. Januar 1909 (Heidelberg)


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Sonntag. 17.I.09.
Lieber Freund.
Nur einen Gruß zum Zeichen des Gedenkens! Ob die Nelken Ihrer lieben Mutter ein wenig Freude machen? Wollen Sie ihr vielleicht den beiliegenden Brief geben? D. h. nur, wenn Sie es angebracht finden u. er Ihnen passend erscheint.
Wie sehr warte ich auf eine Nachricht, denn meine Gedanken
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| sind unablässig bei Ihnen. Ich wäre so glücklich, wenn Sie mir von einer Besserung schreiben könnten! Immer wieder hoffe ich, daß wir zu schwarz sehen u. daß die Lebenskraft Ihrer Mutter den Anfall noch einmal überwinde.
Und dann, nicht wahr, wenn Sie meinen, daß ich irgend etwas tun könnte, schreiben Sie mirs? Sie wissen, wie gern ich helfen würde u. daß ich so aus der Ferne nur garnicht weiß, wie.
Aenne sitzt im Zimmer u. liest, da habe ich zu mehr nicht Zeit. Aber einen Gruß mußte ich Ihnen doch mitschicken.
In treuer Liebe
Ihre Schwester.
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| Ich vergaß am Donnerstag zu fragen, ob Sie Ihren letzten Brief vom 12. nach dem Zukleben noch einmal öffneten? Sonst müßte er gar unterwegs aufgemacht worden sein!
Sie haben meinen dicken Brief mit der "Drucksache" doch bekommen?