Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 22. Februar 1909 (Heidelberg)


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Heidelberg, 22. Febr. 09.
Lieber Freund.
Über Ihren lieben Brief habe ich mich herzlich gefreut, u. danke Ihnen sehr dafür. Ich bin sehr erstaunt, was Hermann wohl in Berlin vorhatte? Daß es ihm gut zu gehen scheint, hörte ich gern. Wenn nur Sie auch Besseres zu melden hätten!
Sehr erstaunt bin ich über Ihre Absichten mit der Techn. Hochschule. Ist sie denn nicht ein Umweg? Und hoffentlich habe ich Sie nicht mißverstanden, wenn ich an
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|nahm, daß der betreffende Schritt sofort geschehen soll? Soweit ich daran Anteil nehmen darf, ist es also geschehen. Hoffentlich ist es so Ihrer Absicht entsprechend. Es ist mir nachträglich ein Zweifel gekommen, ob auch kein Irrtum dabei ist, u. darum melde ichs Ihnen sogleich.
Ihre schöne Auffassung des Familienereignisses ist mir eine besondere Freude. Ich habe hier soviel erstaunte u. kritische Bemerkungen hören müssen, daß ein verständnisvolles Wort doppelt wohltut.- Die Hochzeit ist natürlich in Cassel u. soll am 3. April sein. Einen recht netten Brief vom neuen
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lege ich Ihnen bei, weil er mich freute.
Leider hat mich eben Georg Schwidtal am Schreiben gestört u. jetzt muß ich zum Abendessen gehen. Drum für heut nur noch recht herzliche Grüße! Ich freue mich sehr, am Donnerstag schon wieder von Ihnen zu hören.
Über den Einfluß des Russen brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Ich weiß, was ich weiß!! -
Wie immer in herzlichem Gedenken
Ihre
Käthe Hadlich.