Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 12. März 1909 (Heidelberg)


Lieber Freund.
Ich denke mir, die Schloßbiskuits müssen jetzt alle gegessen sein u. hoffe, die frische Lieferung findet Anklang.
Nächster Tage hoffe ich Ihnen ausführlicher zu schreiben. Schicken Sie mir nur, bitte, mal wieder eine Karte mit Bericht über die liebe Patientin. - Von Carl Ruges Tod hörten Sie offenbar früher, als ich. Es ist ein tragisches Schicksal, das ihn traf. Überhaupt kommen immer u. überall nur schlechte Nachrichten, Anna Weise schreibt
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| mir auch von der schweren Erkrankung ihres jüngsten Sohnes, Willi. Seit 5 Wochen Fieber, eine Blutvergiftung. Wenn er es nur durchmacht.
Ich war recht müde u. energielos in letzter Zeit - Frühlingsstimmung. So habe ich wirklich nur ½ Willen; u. ich bin dankbar, wenn ich den haben darf!
Allerlei Kleinkram nimmt meine Zeit in Anspruch, aber meine Gedanken können dabei doch wandern. Wie ists mit der Bedienung? Ob Sie mal zu Tante Grete gehen? - Die beigelegten Briefe bitte gelegentlich zurück. Ich denke, vielleicht interessieren Sie sich auch dafür. Es ist so viel Nettes darin. - Viele Grüße in Eile! Ihre Käthe Hadlich
[Kopf] Hoffentlich kommt das Packet am Sonntag an!