Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 11. April 1909 (Kassel)


Kassel, 11. April 1909
L. Fr.
Obgleich - oder besser wohl weil Sie meine Adresse vergessen zu haben scheinen, will ich zeigen, daß ich nicht "so" bin u. Ihnen nochmal wieder einen Gruß senden. - Ich habe sehr merkwürdige u. belebte Ferien diesmal. Erst die Hochzeit, die ziemlich stille, aber behaglich verlief u. dann vom 5. ab der Modellierkurs. Da bin ich täglich von 9 - 12 u. von 3 - 5 u. außerdem auch noch gesellig mit den netten Kolleginnen zusammen. Die Arbeit macht mir wirklich Freude, u. sonst bin ich froh um die Ablenkung, die mich nicht zum Grübeln kommen läßt. Heute abend - nach mehrstündiger Wanderung - war der Durst so groß, daß ich mich mit Freuden der Familie anschloß, die den neuen Ratskeller kennenlernen wollte. Also: ich trinke auf Ihr Wohl!
Herzl. Ostergrüße
K.H.

<von fremder Hand:> Falls Du Zeit hast, würde ich mich freuen, Dich am 14. nachmittags, 5.45 - 7.36 zu sehen. Länger langt's nicht. Über Deinen sehr sympathischen Humboldt hoffe ich Dir mal ausführlicher schreiben zu können. Es grüßen u. hoffen, Dich mal wieder hier zu sehen: Herm.