Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 7. Februar 1910 (Charlottenburg, Postkarte)


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<Poststempel: 7. 2. 10>
Liebe Freundin! Leider muß ich von Ihrer gütigen Erlaubnis, nur Karten zu schreiben, Anfang dieses Jahres allzu reichlichen Gebrauch machen. Doch haben Sie wohl meinen Brief zum 2.II. gelesen; u. im März wird es hoffentlich besser werden. Vor allem meinen herzlichsten Dank für Ihre Mühe um die Korrekturen! Sie sind viel fleißiger als ich! Ich bin erst bis Bogen 5 gediehen. Die wenigen disponiblen Arbeitstage rauben mir Gesellschaften. Freitag Philos. Kränzchen bei Riehl. Gestern großes Souper bei Roethe. Das Ideal meiner Wünsche ist jetzt - nur ein gründliches Ausschlafen. Dienstag die Übungen gelangen mir glänzend! Diskussion, die trotz voller Freiheit zum Ziel führt, ist ein Kunstwerk. Vorlesung weniger gut. Donnerstag 8 - 10 Klassenaufsatz. Fiel sehr hübsch aus. Über Thema etc. brieflich mehr. Denken Sie die Korrektur, Bericht für die hist. Ztschr, einen Bogen Druckkorrektur u. dann noch für das Buch ausgearbeitet. - Das ist
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| meine Leistung v. Donnerstag bis Sonntag. Nächstens schicke ich Ihnen d. Programm v. Osterkursus, der jetzt schon in allen Zeitungen steht. Meine Stunden liegen so: D. 30.III. Abends 6 - 8. 31.III. Diskussionsabend ½ 6 - 8. 1.IV. vorm. 11 - 1. Ich schreibe dies mit der Frage, ob Sie an diesen Tagen in Berlin sein wollen u. können, oder ob Sie lieber vorher kommen oder nachher? Programme schmieden ist hübsch. Lassen Sie mich bald etwas Tröstliches hören. Hoffentlich ficht Sie dies entsetzliche Wetter nicht an? <Kopf,S.1> Herzlichste Grüße Ihnen u. unsrer Freundin Ihr E.
[li. Rand,S.1] Haben Sie m. Antrittsrede erhalten?