Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. Februar 1910 (Berlin, Postkarte)


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<Poststempel: 12. 2. 10>
Liebe Freundin! Herzlichsten Dank für Ihren heutigen [über der Zeile] mit Ungeduld erwarteten inhaltreichen Brief u.d. Schlußbogen, der mich auf einen wichtigen [über der Zeile] Sinn-Fehler aufmerksam macht. Hierauf kommt's an, nicht auf die "Staat(u)s", die bleiben, wie Sie sind. - Das Wichtigste aber ist natürlich das Programm. Ich schreibe darüber sofort, wenn ich mich orientiert habe, ob Ihre Vorauss., daß am 4.IV. die Schule wieder beginnt, richtig ist. (Schicke dann auch d. reizende Bild mit; das Richterbuch - sehr willkommen - behalte bis Ostern, wenn Sie erlauben.) Wie Sie die Zeit in Berlin einteilen wollen, hängt ganz von Ihnen ab. Nur Do. 30.III. vorm. muß ich mich ein bißchen konzentrieren, damit ich mich vor der Königin des Publikums nicht blamiere. Daß Sie in der K-straße freie Zeit behalten, überlassen Sie mir unsrer gemeinsamen List u. Schläue. Das haben wir doch oft genug erprobt. Die ruhigsten Tage sind wohl schon des Festes wegen die auf den 1.IV. folgenden. Die Schule spielt kaum eine Rolle. Sie liegt auf halbem Weg nach Schönhausen. Als schulfreie Tage sehen Sie dann bitte Di. u. Fr. an. - Ist es nicht ratsam, in Mannheim an Stelle des kompakten Würfels auch einmal einen
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| selbstgemachten Stäbchenwürfel zeichnen zu lassen? - Aus Speyer noch nichts definititives. Walzel hat mir v. Bern nicht abgeraten. Nachricht über Hermann wundert mich. Haben Sie nur noch ein wenig mit mir Geduld; das große Loch im Humboldt ist bald gestopft; am 15.III. beginnt der Druck. Sie glauben nicht, mit welcher Energie u. Konzentration ich jetzt arbeite. Ich bin aber auch kein Mensch mehr. Alles feinere Empfinden geht unter im Geschäft. Brief folgt. Herzliche Grüße den Heidelberger Freundinnen. <li. Rand> Ihr dankbarer Eduard.
[li. Rand,S.1] Sie glauben nicht, wie ich mich auf Ostern freue!!