Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 17. Februar 1910 (Charlottenburg)


Charlottenburg, den 17. Februar 1910.
Liebe Freundin!
Ich muß Ihnen mitteilen, daß ich nun Ihren Fonds, der noch ca 712 M beträgt, für die täglichen Bedürfnisse des Lebens in Angriff nehmen muß. Ich will es nicht tun, ohne Sie zu fragen, ob Sie Ihre Einwilligung dazu geben. Wir sind völlig am Rande.
Es ist hart, was auf meine Schultern gelegt ist. Wie lange wird die Kraft noch reichen, es zu tragen?
Auch die Freude an der Schule ist durch die letzten Vorgänge stark getrübt. Solche seelischen Verletzungen ertrage ich nicht. Wenn noch ein zweiter Fall dieser Art kommt, gebe ich sie auf.
Herzlichst
Ihr
Eduard.