Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 29. März 1910 (Berlin)


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29.III.10
Liebe Freundin!
Nach Ihrer gestrigen Nachricht durfte ich nicht hoffen, daß Sie heute kommen würden. Es tut mir unsagbar leid, daß ich fort war. Ich kam erst um ¾ 1 nach Hause, also zu spät, um vor der angegebenen Zeit in der Keitzstr. zu sein. Bis jetzt habe ich nur Ihren Zettel gelesen, weiß aber nicht, was Sie ev. mündlich hinterlassen haben.
Gestern fühlte ich mich zu elend, um einen offiziellen Besuch zu machen. Ich bitte um Verzeihung. Es geht zwar nicht besser, aber morgen kommt ich tot oder lebendig, und zwar schon um ¾ 11. Wenn ich dann nicht angenommen werde, bitte ich mir eine
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| Zeit sagen zu lassen, zu der ich wieder kommen kann. Ich komme so früh, weil Sie doch fortgehen wollen.
Inzwischen innigste Grüße.
Bitte empfehlen Sie mich und entschuldigen Sie die Verschiebung meiner Visite.
Stets Ihr treuer Bruder
Eduard.

Herzlichen Dank für das Heft. Das Wetter ist so schrecklich; mich überläuft es bald warm bald kalt.