Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 21. Mai 1910 (Neubabelsberg, Postkarte)


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<Poststempel: 21. 5. 10>
Liebe Freundin! In höchster Eile vor der Abfahrt nach Neubabelsberg herzlichen Dank für die Grüße aus Schw. u. viele Gegengrüße an alle Unterzeichneten. Ich will Ihnen nur mitteilen, daß die Partie in allen Teilen reizend u. lustig verlief; das große Programm wurde bei bestem Wetter vollständig absolviert, alle waren sehr nett u. es ereignete sich kein Zwischenfall. Ich freilich wurde an m. Privatbesitz bedenklich geschröpft: Schirm zerbrochen, Taschentuch zum Fenster raus, Knopf verloren, und noch heute ein Gefühl wie der geschundene Raubritter. Seitdem enorme Arbeitshäufung. Brief mit näherer Nachricht also vor Montag leider nicht möglich. Ich habe immerhin einige Pfingstferien gehabt u. gehe heut u. morgen (mit Coss, Chifu, Pieper) ins Freie. Das Buch ist fertig, sofern m. Mitarbeit in Betracht kommt. Am 1.VI. hoffe ich es in Ihrer Hand. Seelischer Aufschwung infolge der Partie hat Einleitung zu den Universitätsschriften reifen lassen. Wird also auch
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| demnächst fertig. Dann muß ich ausschließlich für Vorlesungen arbeiten. - Sende demnächst einige reizende Brief mit. Für heute aber Schluß - Sie wissen, mit welchen Gefühlen - und die innigsten Wünsche für frohe Frühlingstage mit d. verehrten Tante.
Bei allem Schönen gedenkt Ihrer in treuer br. L.
Ihr Eduard Sp.