Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. Mai 1910 (Charlottenburg, Postkarte)


[1]
|
<Poststempel: 27.5.10>
Liebe Freundin! Als Kuriosum muß ich Ihnen doch gleich mitteilen, daß ich gestern der dringenden Notwendigkeit nachgeben und ins Maximum übersiedeln mußte. Dabei ist freilich zu bemerken, daß viele nur des Antestierens wegen (letzter Termin) dawaren. Aber von den ca 300 bis 350 Anwesenden waren doch viele sichtlich interessiert, u. obwohl der Stoff sehr schwierig war, sah ich, daß ich verstanden wurde. Auch im Privatkolleg ist kein Abzug zu bemerken. Es haben 76 belegt. Nach dieser erfolgreichen, aber anstrengenden Woche bin ich doch nun reichlich kaput u. will heute Nachmittag etwas faulenzen. Zu m. größten Betrübnis ist Dr. Böhm nicht unbedenklich erkrankt: Lungen
[2]
|entzündung u. Rippenfellentz. Tut mir um des alten Vaters willen doppelt leid! Ich muß 2 Std Dtsch. in Seminar II. übernehmen. - Die II. Kl. hat mir ein - mit selbstgesticktem Monogramm geziertes Taschentuch geschenkt u. ein bunt rotes extra!! - Mir ist, als hätte ich lange nichts gehört. Hoffentlich ein gutes Zeichen, daß Sie den Besuch froh genießen!
Herzliche Grüße allerseits
Ihr tr. Br. Ed.