Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 18. August 1910 (Berlin, Postkarte)


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Hermsdorf, den 18.VIII.10.
Liebe Freundin! Heute habe ich Ihren lieben Brief u. die Bilder erhalten. Herzlichen Dank dafür! Näheres im Brief. Meine jetzige Lebensweise nämlich hat notwendig zur Folge, daß ich nichts erledige u. auch in Briefschulden bleibe. Jeden Tag bin ich nachm. fort, meist dampferfahrend auf Spree oder Havel, komme erst spät u. dann müde heim. Vorm. ist meistens Schule. Diese Karte soll Ihnen also nur melden, daß ich noch lebe. Forts. in der Bahn. Ich freue mich herzlich, über Ihr Befinden so Gutes zu hören. Auch daß es Frl. K. besser geht höre ich gern. Ihr Urteil über den Fall R. war mir, wie die ganze Sache, psychologisch sehr interessant. Sie wer
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|den nächstens hören, daß es sich glücklich aufgelöst hat. - Das Wetter bleibt hier elektrisch u. ist m. Nerven oft nicht freundlich. Daher suche ich das Wasser, u. freue mich der wirklich herrlichen Fahrt Spandau - Tegel. Daneben meditiere ich Religionsphilosphie .Viel herzliche Grüße u. Dank Ihr Ed.
[re. Rand,S.1] Sorgen Sie ja, daß Sie beim nächsten Photographieren [li. Rand] froher und frischer aussehen. Die Mark ist doch unübertrefflich.
[Kopf] Schule im besten Gange.