Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 11. Oktober 1910 (Charlottenburg, Postkarte)


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<Poststempel: 11.10.10>
Liebe Freundin! Mitten aus dem Festtrubel schreibe ich Ihnen, weil mein Herz voll ist von Dank für die schöne Sendung, von der mir jedes Stück willkommen war, teils einem stillen Wunsch abhelfend, teils wie gerufen für die Bedürfnisse der Jubiläumsfeier. Die amerikanischen Disteln kann ich vielleicht heute Abend in der Festoper verwerten. Was hat Paulinzella für Erinnerungen in mir erweckt!! Aber Alles das kann ich erst nächstens brieflich aussprechen. Also einstweilen Schwamm drüber. Die Feier hier verlief bis jetzt sehr harmonisch u. glänzend. Auch für mich persönlich viel Schönes dabei; soeben H's Enkelin u. Urenkelin kennen gelernt. Erich Schmidt bisher gut überstanden. Gestern Abend Fackelzug vom Balkon der Universität gesehen; er kam mit dem Marsch, der im stillen eigens Ihnen gewidmet ist, v. Schubert erweckte sympathische Associationen.
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| Neulich war Coss hier. Am 6.X. mit Nieschling auf dem Marienfriedhof. Herrlicher Herbsttag. - Leider mit N. etwas ver<unleserlich>, weil er auch anfing von notwendiger Erweiterung des Gesichtskreises. - Hoffentlich sind Sie den Katarrh los. Mir bene. In den nächsten Tagen viel Besuche zu erwarten u. zu machen. Bitte um Dispens von Brief. Herzliche Grüße an Sie u. Frl. Knaps Ihr Ed.
[li. Rand,S.1] Stumpf und Erdmann besucht. Beide sehr herzlich. Dilthey kommt [Kopf] nicht zum Jubiläum - leider!
[re. Rand] Rücksendung des Briefes u. Bilds im nächsten Brief!!