Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 5. Dezember 1910 (Hohen-Neuendorf), Postkarte


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<Poststempel: 5.12.10>
Liebe Freundin! Unendlich viel hätte ich Ihnen auf Ihre beiden letzten lieben Briefe zu erwidern, die so tief auf m. inneres Empf. eingingen u. überall das beste Wort fanden. Aber es sind jetzt ein paar merkwürdige Tage. Eigtl. sollte heute früh 8 Uhr mit der I. (also früheren) Klasse u. Böhm etc. nach Birkenwerder. Nun wurde ich gestern in einer bis 11 Uhr dauernden Sitzung in die – Medizinerkommission zur Wahrung der Rechte der med. Privatdozenten gewählt. Um 10 dringende Konferenz. 12 Uhr 40 Stett. Bhf. Lehnitz. Im Seelröden (wissen Sie noch) ein paar glückliche Stunden mit den Mädchen. 3 Uhr 30 Rückfahrt. Ich bin in Frohnau ausgestiegen, um Kaffee zu trinken u. mich
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| zu sammeln. Sollte ich in den nächsten Tagen nicht schreiben, so liegt es an den Umständen.
Ich habe außer schwierigen Vorlesungen 3 akadem. Extrakonferenzen u. Aufsätze. Sonst alles gut. Bald hoffe ich ausführlicher schreiben <Kopf> zu können. Gehe jetzt noch ein Stück durch den Wald, froh bewegt von der Frische der Jugend. Herzlichste Grüße Ihr Eduard.
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