Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. Dezember 1910


10.XII.10
Liebe Freundin! Fast 1 Woche liegt ein sehr ausführlicher Brief angefangen an Sie da; aber ich komme nicht zum Abschluß. Damit Sie nun morgen nicht etwa vergeblich warten, schicke ich diese Karte mit herzlichen Grüßen voran. Es liegt hier nichts Besonderes vor außer Arbeit u. Nebenpflichten, die eben alle Freiheit rauben. Vom Fall Bernhardt lesen Sie wohl auch; ein unerhörter Skandal! Niemand weiß etwas Sicheres. Doch soll das, was heute in der T. R. steht, die Sache am besten treffen. - Heubaum ist gestorben – Überarbeitung. – Gestern Mittag bei Scholz, abends bei Riehl. Vorlesungen gut in Gang; aber oft kaum zu schaffen, da jetzt auch für die Übungen zu arbeiten ist. – Haben Sie auch solches Frühlingswetter? Wenn die Tage nur länger wären u. der Matsch nicht so groß! Bald reisen Sie nach C.! Ich beende heute noch m. Brief, füge daher auf dieser Karte weiter nichts hinzu als
herzlichste Grüße Ihr Ed.