Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 21. Dezember 1910 (Berlin, Postkarte)


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<Poststempel: 21.12.10>
Liebe Freundin! Alles verschwört sich, mir das Briefschreiben unmöglich zu machen. Daher muß ich in der Stadtbahn bestätigen, daß es mir gut geht. Hoffentlich sind Sie nach den anstrengenden Tagen glücklich in C. angekommen. Bitte schreiben Sie mir doch gleich ein Wort, wie es der verehrten Tante geht. Hoffentlich haben m. herzlichen Wünsche auch reale Kraft gehabt. - Seit gestern sind angeblich Ferien. Der Tag war sehr anstrengend: 9 - 10 Relphil. 4 - 6 Schulfeier 6 - 8 Phil. d. Gesch. Aber heute ist es noch viel ärger: Vorm. 2. Schulfeier, Besorgungen, als ich an Sie schreiben wollte, kam Nieschling, jetzt bin ich auf der Fahrt zu Knauer. Außerdem schreibt eben Dilthey, daß in den nächsten Tagen die Schleiermacherarbeit aufgenommen werden soll. Mein kl. Paket kann leider erst morgen Nachm. abgehen. Hoffentlich kommt es doch noch
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| zurecht. Es ist wirklich nicht m. Schuld, sondern Sklaverei des Alltags. - Knauer ist anerkannt, daher heute wohl großer Jubel. - Die Nachricht über P. R., betrübt mich sehr. Immer Neues! - Ich denke an die Hochzeit. Auch Sie werden in Gedanken dort sein. Alles Glück dem jungen Paare. Und uns hoffentlich ein frohes Wiedersehen. Viele Wünsche u. Grüße der Tante. In Treue wie stets Ed.