Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 13. August 1910


13. 8. 10.
L. Fr.
Nun bin ich schon fast 2 Tage hier oben u. muß Ihnen notwendig mal einen Gruß schicken, wenn auch eigentlich nichts zu erzählen ist. Dank für die Zeilen, die gestern kamen. Ich denke so viel daran, wie es Ihnen gehen mag. Sorgen Sie doch ja für sich - so, als ob ich noch da wär u. es tun könnte. Warum ist der Schrank nicht gemacht worden? Ich bin wirklich recht ärgerlich. Wozu hatte ich das denn alles mit dem Mann besprochen? - Hier oben gefällt es mir wieder sehr gut, u. die Verpflegung ist ausgezeichnet. Mit Aennes Aussehen bin ich noch nicht wieder sehr zufrieden. Ich hoffe aber, wenn wir nun recht gemütlich zusammen leben, soll sie auch wieder wohler werden. Wir haben beide den besten Willen u. wir haben uns doch lieb, also werden sich auch die eventuellen Unebenheiten überwinden lassen. - Es ist sehr viel Wind hier, heut Nacht Sturm u. Gewitter; aber eine wundervoll kräftige Luft. Mein Gepäck ist alles pünktlich eingetroffen, u. - auf dem Boden des Cartons, den ich von H. mit . Utensilien geschickt hatte, lag das Couvert mit den schwer vermißten Dokumenten. Ich war wirklich garzu im Kopf in den Reisetagen, daß das passieren konnte. Nun, jetzt ists ja umso ruhiger, u. der schwache Geist kann sich wieder sammeln. Bitte grüßen Sie Ihren Vater herzlich.
Innige Wünsche u. Grüße für Sie
von Ihrer KH.

Können Sie diesen Gruß lesen von der alten Freundin?