Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 15. Oktober 1910 (Mannheim, Postkarte)


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Sonntag früh, auf der Fahrt nach Mannheim. - Es geht mal wieder zur einzigen Stunde!! Aber es sind nun doch noch ein paar andre in Sicht. Die Frauentagung haben wir gut überstanden, manches Interessante dabei kennengelernt. Auch jemand, der Sie kennt; wenn auch nur flüchtig am Bahnhof, als sie mit Ada nach Frankfurt abreiste. Wer mag das sein? - Eben steht hier neben mir Gertrud Bäumer, die nun mit H. Lange auch wieder abdampft. Ob sie recht froh ist, nun das Haupt von 200000 Frauen zu sein? - Dank für die Karten von Jubiläum! Wir haben eifrig alle Berichte gelesen, aber nun freue ich mich auch aufs Persönliche. Ich denke gern daran, daß Sie recht frohe, genußreiche Tage hatten, das ist auch eine Erholung, wenns auch keine Ruhe ist. Lassen Sie nur die Eindrücke von allen Seiten herein, u. wenn man Ihnen Erweiterung des Gesichtskreises rät, so sehen Sie erst mal, was Ihnen da geboten wird, ehe Sie zanken. Wenn nichts Reelles dran ist, können Sie es immer noch ablehnen! Hier ist klares, kühles Herbstwetter. War ansonsten einige schöne Wege: Dienstag mit Ewald Neckargemünd, Walkmühle mit
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| famosem Apfelmost. Mittwoch mit den Schwestern Seitz. <ein Wort unleserlich>, Münchel, Schönau, Neckarsteinach - besonders nett. Sonst bin ich fleißig, ohne daß man viel davon merkt. Nun habe ich aber bald die Hände wieder frei für erfreulichere Arbeit. - Von Tante Thes sehr lieben Brief. Haben Sie für Ihre spezielle Freundin nur einen Auftrag, oder läuft die Maschine nach Wunsch? Ich schreibe ihr sonst.
Viel herzliche Grüße von Aenne u. <re. Rand> D. J.