Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 17. Dezember 1910 (Heidelberg)


<Poststempel: 17.12.1910>
Lieber Freund.
Der heutige Tag hat keine guten Nachrichten gebracht: Tante Thes liegt mit Influenza zu Bett u. Paul Ruge hat jetzt die gleiche Erkrankung (Venenentzündung) am anderen Bein. Es ist schrecklich, die Sorge nimmt kein Ende. - Und wenn Ansteckungsgefahr in K. ist, dürfen Sie nicht kommen! Gebe der Himmel, daß alles gut vorübergeht. Ich kann an keine schönen Pläne mehr glauben! - Könnten Sie im Notfall die ganze Sache um einige Tage verschieben? Aber noch will ich die Hoffnung nicht aufgeben, daß wenigstens uns die Festfreude erhalten bleibt. - Es war viel zu tun in diesen Tagen, u. Sie wissen, das vertrage ich nicht besonders! Umso mehr freue ich mich auf die Ferien. Hoffentlich ist Tanting bis dahin wieder besser, sie schreibt, es sei leicht. Nun werden die Andern alle nicht nach Kassel kommen - u. ich werde die Geschwister überhaupt nicht sehen. Es ist umso nötiger, daß Sie kommen! In Eile nur dies u. viele Grüße!
KH.