Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 19. Dezember 1910 (Heidelberg)


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noch in Heidelberg, 19.XII.10.
Lieber Freund.
Nun fahre ich doch erst morgen u. werde mit diesem Brief um die Wette nach Norden reisen. Aber er wird es besser können als ich, u. ich will ganz zufrieden sein, wenn ich um 8 Uhr wohlbehalten in Cassel eintreffe. Tante liegt noch immer mit Fieber zu Bett u. mir scheint, ich werde gerade zur Krankenpflege zurechtkommen. - Sind Sie auch gesund? Ich hätte so gern nur eine Karte gehabt, obs Ihnen gut geht! Hoffentlich höre ich
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| das bald in C. - Wenn Sie nicht Zeit haben, bitte, machen Sie sich keine Mühe, mir was zu Weihnachten zu schicken. Ich warte diesmal ganz geduldig u. Sie sollen sich nicht auch noch um meinetwillen plagen, wenn Sie so viel zu tun haben! Nur eine gute Nachricht - dann bin ich zufrieden.
Und wenn Ihnen eine stille, weihnachtliche Stunde kommt, dann machen Sie mein Paket auf. Es wird Sie zwar wohl enttäuschen, denn es ist nur Umfang, - aber ich hoffe, in Cassel giebts dann die Schloßbiskuits etc. -
Ich bin müde u. muß morgen
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| um ½ 7 Uhr aufstehen. Drum ade für heut. Schlafen Sie wohl u. morgen bin ich schon 6 Stunden näher an Berlin. Und dann kommen Sie, nicht wahr? Ich werde alles tun, um gesund zu bleiben. Stecken Sie sich eigentlich leicht an, muß man sehr ängstlich sein?
Viele Grüße! Wünschen Sie Ihrem Vater ein gesundes Fest von mir u. grüßen Sie ihn. Aenne läßt auch grüßen u. freut sich sehr über Ihr Kommen.
Eilig - aber "treulich"
Ihre
Schwester.
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Warum lesen Sie eigentlich heut 3 Stunden?
Eben fahre ich nach Frkf. Viele Grüße!