Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 15. Februar 1911 (Charlottenburg, Postkarte)


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<Poststempel:> Charlottenburg, 15.2.11
Liebe Freundin! Gestern nach dem Kolleg wollte ich Ihnen ausführlich schreiben, war aber todmüde, als es so weit war. Heute kamen erst Nieschling, dann Chifu, u. nun wird es leider vor Freitag nichts. Aber ich will doch wenigstens danken für Brief u. Frühlingskarte, und melden, daß es mir gut geht, abgesehen vom Schnupfen u. der Semestermüdigkeit. Eigentlich Neues gibt es auch nicht. Es aot hin u. wieder, aber ehe ich's nicht sehe, glaube ich es nicht. Die Arbeit häuft sich mit der kürzer werdenden Zeit; vor dem 7.III werde ich kaum schließen. Das Mädchen geht am 1.IV, da sie am 1.V. heiraten will. Sie wäre auch schon 1.III gegangen; da sie es aber erst gestern gesagt hat, so ist die Zeit zur Neuwahl zu kurz. - Leben Sie auch recht vernünftig? Jetzt kommt wieder die Zeit, wo man
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| immer müde ist; aber gelegentlich ist doch die Sonne schon recht verlockend. Sonnabend ging ich unsern Weg v. Sadowa nach Friedrichshagen. Sonntag war ich auf d. Kirchhof u. bei Ludwig. - Über die Frage der Anschauung habe ich doch noch eine andre Anschauung. Darüber brieflich. - Ein Amerikaner (älterer Theolog) sagte mir neulich, m. Vorl. böten ihm das meiste in Berlin (die Rel. phil.) Aber die Phil. d. Gesch. versumpft. - Was haben Sie für Nachrichten aus <li. Rand> Cassel? Viele herzliche Grüße E.
[li. Rand S. 1] Bitte Frl. Knaps u. ev. Coss zu grüßen.
[re. Rand S. 1] 19.-21.IV. ist wieder ein Ferienkursus. Gehen wir hin?