Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 2. April 1911 (Charlottenburg, Postkarte)


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<Poststempel:> Charlottenburg, 2.4.11
Liebe Freundin! Verzeihen Sie bitte meine lakonischen Karten in den letzten Tagen. Es war einfach unmöglich, bei diesem Trubel mehr zu schreiben. Ich bin ganz erschöpft u. schwöre, ohne dringende Not nie wieder umzuziehen. Daß Sie am Dienstag kommen, freut mich sehr. Ich bin also um 10.37 ca. am Anhalter Bhf. Ruhen Sie sich nur in
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| Cassel nach Möglichkeit. Sie werden hier noch vieles in Unordnung finden u. leider eine sehr zerklüftete Zeiteinteilung. Denn am Sonnabend 12-1 muß ich m. Tätigkeit am Pestalozzi-Fröbelhaus beginnen. Zur Vorlesung bin ich noch garnicht gekommen. Wir müssen aber beraten, wie durch eine geschickte Disposition doch noch ausreichend [über der Zeile] Zeit für einen ruhigen Genuß dieser Tage herauskommt. Auch sonst hoffe ich sehr auf Ihre Hilfe, mindestens auf Ihren Rat, in Bilder- u. Tapeziersachen. Noch liegt kein Teppich, hängt keine Gardine, u. das zu reparierende Zimmer ist übhpt noch nicht von den Arbeitern in Angriff genommen worden. Heute sammle ich mit Zwang einige Gedanken zum 6. April.
Bitte grüßen Sie die sehr verehrte Tante herzlich u. seien Sie selbst innig gegrüßt von Ihrem Sie ungeduldig er<li. Rand>wartenden Ed. Glückliche Fahrt!! Viel Gutes für <re. Rand> Jena!! Charlottenburg 4, Pestalozzi Str. 9a.