Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 30. Juli 1911 (Charlottenburg, Postkarte)


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<Poststempel:> Charlottenburg, 30.7.11
L.F. Herzlichen Dank für Ihren l. Brief. Wie dumm die Sache mit dem Stich, das kommt von Ihrer Liebe zu den Viechern! Hoffentlich macht es keine Schmerzen mehr u. geht glatt vorüber. Bitte schreiben Sie mir darüber noch 1 Wort! - Coss hat abtelegraphiert. - Über Speyer nur dann, wenn billiger. - Die Sache mit dem Essen sollten Sie mit bekannter Politik abwimmeln. Das wäre eine sehr lästige Zugabe in unserem Heidelberg, u. wenn wir diesen Tag nicht ganz für uns haben könnten, dann müßten wir notwendig noch 1 zugeben. Gestern nachm. erhielt bereits liebe Zeilen vom H. H. Bitte bestätigen Sie doch Empfang mit Dank. Es bedarf nämlich aller Umsicht u. Energie, damit hier zur Abreise alles klappt. Da bis zum letzten Tag Vorlesungen, bleibt manches Persönliche zurück, wofür dann noch zu sorgen. In solchen Zeiten merkt man erst, in wie vielen Verhältnissen u. Verpflichtungen man steht. Fatal ist sehr, daß
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| ich den Kursus bisher gratis gehalten habe, dadurch neue Lauferei. Sonst alles ganz still, von Besetzung noch nichts gehört. - Vom glatten Entwickeln verstehe ich nichts, ich kann Ihnen nur die Tiefen der Philosophie entwickeln, was brauchen Sie dazu eine Dunkelkammer, he? Überhaupt tragen Sie alle Verantwortung für den H. H. u. alle Mißbilligung. Denn es geht mir sehr gut u. ich habe es gar nicht nötig. Ihnen dasgleiche wünschend grüßt Sie herzlich Ihr Eduard.
[li. Rand] Sollte ich zum Schreiben nicht mehr kommen [re. Rand] so bleibt Mi 8 Uhr.