Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 11. September 1911 (Charlottenburg, Postkarte)


[1]
|
<Poststempel:> Charlottenburg, 11.9.11
L.F! Beide liebe Briefe erhalten. Hier nur kurzes Bulletin: Oesterreich weiß durch "Pfui Deubelchen", daß die ordtl. Professur auf Wunsch d. Fakultät, gegen den der Regierung in 2 Extraordinariate geteilt werden soll: historisch philos. ich, experimentell-psych. Brahn. - Wie es auch kommt, diese Bewegung ist heilsam u. bis jetzt ist alles klug eingeleitet. Ich habe Erdmann (Königsmacher hier) Mitteilung von dem Faktum gemacht: er hat bereits
[2]
| reagiert, in einer Form, die beweist, daß er die Absicht verstanden hat, nur kann nichts im Moment geschehen, da Dilthey, Riehl abwesend. Unser Min. wird gewiß durch Frau P. noch heute verständigt. - So gehe ich also gut gesichert nach D. Meine Forderungen ausgezeichnet fundiert: In Berlin habe ich die ganz Päd. in der Hand, zumal Münch gehe, außerdem gesicherte Position. Selbst wenn die Verhandlungen scheitern, (was doch wohl wahrscheinlich), so bedeutet die Sache hier für mich einen Fortschritt. Und Erdmann ist zu Not jederzeit bereit, so daß vor Definitivum in L. hier noch einmal gedrückt werden kann. Alles braucht natürlich Vorsicht u. Umsicht. Viel zur Arbeit komme ich jetzt nicht; sehe u. spreche viel Leute, lese Fichte (horrenden Blödsinn.) - Nur dies zu bedenken, daß im Kriegsfalle Staatsstellung gesicherter (!) Wenn Zeit, von Dresden mehr, doch ev. keine Zeit, weil ich Walzel besuchen will. Herzliche Grüße auch an die verehrte Tante mit vielem Dank Eduard.