Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 19. September 1911 (Charlottenburg, Postkarte)


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<Poststempel:> Charlottenburg, 19.9.11
L. F! Alle diejenigen, die nach L. berufen werden, benehmen sich komisch u. wissen nicht, ob sie wollen. Sehen Sie, sag' ich, etc. sag' ich. Künftig werde ich nicht mehr fragen, sondern kommandieren. Ich wußte noch nicht, daß Sie nicht ganz auf dem Posten wären, dachte aber, daß es zur Fortsetzung der Erholung gewiß nicht diente. Ich wenigstens bin im ganzen so klapprig, daß ich, wenn es nicht höchst zweckmäßig wäre, jetzt unmittelbar <Wort gestrichen: unleserlich> wohl kaum gern führe. Die ganze Sache war von mir falsch angefangen: ich hätte unsre verehrte Tante fragen sollen, nicht Sie. Nun fragen Siebitte einmal dort an, ob Sie gesund genug sind für dies Herumreisen, und wenn Sie die Erlaubnis erhalten, dann sehen wir uns am Donnerstag um 11 (Fahrplan auf Ihre Verantwortung) in L.*) [Kopf] *) Wir kommen aber wohl auf ganz verschiedenen Bhf. an. Annonciert ist bereits (1,50.) Außer der Wohnung sind noch andre wichtige Sachen
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| zu besprechen. Sollten Sie bei dieser Gelegenheit wieder - sehen Sie sag' ich - reden, so wäre das sehr zu bedauern. - In diesem "Fett" mögen Sie sich nun etwas Beliebiges braten.
Der verehrten Tante sage ich herzlichen Dank für ihre sehr gütigen Glückwünsche und hoffe, daß bei ihr alles rosenrot u. himmelblau angestrichen sei, innen u. außen. Herzlichste Grüße Ihr Aei - Ao.
[li. Rand S. 1] Da ich beim Schimpfen bin: Warum schrieben Sie nichts von Ihrem Kranksein?