Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. September 1911 (Charlottenburg, Postkarte)


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<Poststempel:> Charlottenburg, 23.9.11
Liebe Freundin! Ich hoffe, daß Sie gesund u. ohne Überanstrengung Cassel erreicht haben!! Meine Fahrt war gut. Aber die ruhigen Zeiten sind nun vorbei. Ich werde von Glückwünschen überschüttet, darunter mancher herzbewegende Brief. (z.B. Elisabeth Lüpke, Dilthey, der noch eine Erledigung wünscht, etc.) Auch ein ergreifender Brief v. Kügelgen lag da,
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|der noch nichts weiß. Heute morgen kam die Berufung mit allerhöchster Bestätigung u. ohne Reisevergütung. Nun muß ungeheuer viel erledigt werden. Bitte schreiben Sie mir doch, ob Sie gegen Fockestr. I. ernste Bedenken haben. Die Lage war nicht die schlechteste. Wir waren noch so auf Aussicht u. Grünes. Aber es ist von dort wenigstens erreichbar, ich bin Alleinmieter. Soll man es versuchen? Es spart mir eine Fahrt nach Leipzig, also Kraft u. 20 M. Allerdings schien kein Mädchen im Hause. Ich kann aber Sprechstunden, wie die meisten, im Seminar abhalten. Mindestens könnte man mit den Leuten noch einmal korrespondieren. Das Schlafzimmer war nicht zu klein. Mir ist ein bißchen wirr im Kopf. Aber es wird sich ja nun alles entwickeln. Brieflich mehr. Ich schicke dann auch einige wichtige Schreiben mit. Viele herzliche Grüße der verehrten Tante u. Ihnen Ihr dankbarer, heute <li. Rand> 3 Regenschirme brauchender Eduard Spranger.