Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. Oktober 1911 (Leipzig, Postkarte)


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<Poststempel:> Leipzig, 12.10.11
Liebe Freundin! Ich wohne also Grassi-Str. 14 I, in guter Lage, wie ich heute an einem herrlichen sonnigen Tage mit Freude konstatierte. Denn der Weg zur Universität (ca 20 Min.) ist durchweg Promenade u. für d. Winter vielleicht sogar etwas kalt. Aber ich wohne eigtl. nicht möbliert. Denn das sog. Wartezimmer ist glücklich
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| ganz leer. Ich muß also ein Bücherregal außer meinem, das kommen soll, kaufen. Der Eindruck des Seminars war insofern erfreulich, als es meine Kräfte nicht übersteigt, sondern von mir noch sehr ausgestaltet werden muß. Denn auch dort ist mehr Wand als Bibliothek. Der Bibliothekar ist ein sympathischer Mensch, nicht so der Famulus. Ich werde wohl viel auf dem Direktorzimmer arbeiten, wenigstens im Anfang. Hoffentl. kommen m. Sachen bald. Heute war ich bei Voigtländer. Im ganzen habe ich viel herumgekneipt, weil ich im Hotel aus- u. hier noch nicht eingezogen war. Der Ratskeller hat herrliche billige Weine. Wird auch der Nähe wegen wohl mein Stammlokal werden. Ein Brief folgt demnächst. Frl. Knaps herzliche Grüße. Ihnen alles Liebe von
<re. Rand>
Ihrem Ed Spranger.

[Fuß S. 1] Ein Emailleschild: Prof. Dr. Spr. ist für <li. Rand S. 1> 1,25 bestellt