Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 19. November 1911 (Charlottenburg, Pestalozzi-Str. 9a, Postkarte)


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Charlottenburg, Pestalozzi-Str. 9a.
Diltheys [über der Zeile] 79. Geburtstag. Den 19. Nov. 1911.
Liebe Freundin! Noch ehe ich Ihren lieben Brief beantworte u. Ihnen für den wundervollen Kalender danken kann, sende ich Ihnen einen Gruß von hier. Ich bin etwas unruhig wegen des Erdbebens in H. u. hörte gern, ob es Sie nicht erschreckt hat. Ob vielleicht in L. eine Nachricht ist? Ich bin nach Professorenessen am Freitag Abend bei Volkelts gestern
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| früh abgefahren, war dann per Auto in d. Invalidenstr, wo sich außer dem Kollegium der alte Böhm auch extra einfand. Die Mädchen freuten sich bis zum Hüpfen. Dann holte ich m. Vater ab von Kulmbacher, aß zu Hause, fuhr nach Neub, wo auch der kl. Scholz war, von dem ich ebensoviel weiß wie Sie (die Verlobung hatte ich schon damals unter der Voraussetz. strengster Verschwiegenheit erfahren) Riehls waren nett wie immer, der Abend ertragreich. Heute um 10 kamen Ludwig, Nieschling, Registrator zum sehr gemütl. Frühstück. Dann war ich bei Tante Grete, die herzlich grüßen läßt u. gern etwas hören würde; jetzt will ich auf 1 Moment zu Knauers u. abends kommt m. Onkel. Morgen in d. Bahn mache ich die Vorlesung. Für heute nur diesen Waschzettel. Berlin ist auf Besuch ein hübsches Städtchen. Nur noch dies: Matthias hat überIhren Humboldt nicht 1 Recension, sondern einen Hymnus geschrieben, der alles Maß des Lobs übersteigt. Doch werde ich nicht entgegnen. Ihnen <li. Rand> wünsche ich frohe Stunden u. leichten Sinn <Kopf> u. gute Gesundheit. Und sonst AEI. Herzl. Grüße <re. Rand> auch v. m. Vater. Innigst E.