Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 25. November 1911 (Leipzig, Postkarte)


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<Poststempel:> Leipzig, 25.11.11
Liebe Freundin! Es ist leider gar keine Aussicht zu einem Brief in den nächsten Tagen: denn morgen muß ich nach Dresden zur Vorstellung beim Minister, u. abends ist hier wieder Einladung. Die Examina grassieren, und das G. klingt im Kasten. Ich freue mich nur, daß Sie vom Erdbeben nicht irgendwie betroffen sind. Nach m. Rückkehr lag viel vor: Trendelenburg, Lamprecht u.a. waren da gewesen. Dienstag Gesellschaft bei Marchand (Mediziner) recht nett. v. Strümpell u. viele andre kennen gelernt.
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| Mittwoch Gesellschaft bei mir. Dr. Salow (Kollege) u. Dr. Rüstow (Teubner.) Von 6-1/2 1. Etwas Kater. Heute 2 Doktoren im Nebenfach. Ihre Briefe habe ich mit vieler Teilnahme gelesen, freue mich am Guten u. bin nur betrübt über das Befinden unserer verehrten Tante. Werden wir uns nun in Stettin treffen? Fast möchte ich Sie diesmal einladen. Denn von eigentlichen Ferien wird keine Rede sein: die Examina häufen sich. Aber es geht mir gut, u. nichts regt mich auf. Nur zum Zahnarzt müßte ich wegen weggebissenen Restes, finde aber keine Zeit. Einladungen bis zum 10. Dezember. Viele Kollisionen. Kann über ev. Zeiteinteilung nach Weihnachten leider noch garnichts sagen. Aber irgendwie wird's gemacht, wenn ich gesund bin. Brief v. Kügelgen. Durch Besuch in Berlin war ich recht befriedigt. M. Onkel freilich kam nicht; habe aber die Freunde genossen. Knauerssehr nett. - Birnen Antipathie. Äpfel eher, aber sparen Sie lieber für ideelleren Genuß. Hoffentlich kann ich bald mehr schreiben. Erhielt Nachricht von Troeltsch u. <li. Rand> sein neuestes Buch. Viel innige Wünsche, Grüße, Bitte um Nachsicht. <re. Rand> Herzlichst Ihr Eduard.