Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 16. Dezember 1911 (Leipzig, Postkarte)


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<Poststempel:> Leipzig, 16.12.11
Liebe Freundin! Ihr Paket ist gestern eingetroffen, u. ich habe bisher gehorsam nur daran herumgeschnuppert. Man kann ja auch nicht wissen, ob nicht Dynamitbomben drin sind. Warum soll ich mich also dafür bedanken? Aber 1 andere wichtige Frage habe ich, die ich Sie noch vor Ihrer Abreise zu beantworten bitte: Wollen wir vielleicht dem Täufling in Stettin etwas gemeinsam schenken, ich meine etwas
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| Zweiteiliges, sich gegenseitig Ergänzendes? Dann wählen Sie es bitte aus: ich bleibe Ihr Schuldner. Wenn, nicht, so bitte Nachricht, da ich noch vor Weihnachten etwas besorgen muß. - Zu Hause dauert der unordentliche Zustand noch fort: d. M. ist gesund, kocht aber noch nicht. Ich ärgere mich über den Zwischenfall, der ja an sich unverschuldet ist, nur deshalb, weil die Patzigkeit im Ton durchaus fortdauern soll. Ich will also so bald wie möglich das Verh. lösen. M. Vater schreibt sehr richtig, daß die Ersparnisse seit Juli jetzt wieder draufgehen: er ißt im Restaurant u. hat trotz der Aufwartung viel Unordnung. So weit ich sehe, werde ich hier mit m. Arbeiten gut fertig u. darf sagen, daß ich fleißig u. treu gearbeitet habe. Wann reisen Sie? Ich weiß nicht, ob ich in d. nächsten Tagen schreiben kann, jede Minute ist besetzt. Daher grüßen Sie Frl. Knaps u. die l. Tante. Reisen sie recht glücklich: In 10 Tagen sehen wir uns! Hurrah!! Sonst ist hier nichts Neues. Treu u. herzlich, Dank auch für den Dynamit. Ihr E. Sp.