Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 27. Februar 1911 (Mannheim)


Mannheim, 27.2.1911
Lieber Freund.
Ein paar Tage schien es, als sollten wir hier gänzlich einschneien. Wäre das früher gekommen! Aber ich bin sehr froh, daß die Wohnungssuche nun zu Ihrer Zufriedenheit erledigt ist. Vielen Dank für den heutigen Brief, der mich durch seine frische, zufriedene Stimmung innig freut. Ich hatte gar nicht gedacht, daß ich hier nochmal von Ihnen hören würde, das war sehr lieb von Ihnen.- Die Einteilung der Wohnung beschäftigt mich natürlich sehr. Die Lage ist wohl recht günstig, etwa 3 Minuten mehr zum Bahnhof?- Was mir Skrupel macht ist, daß Ihr Arbeitszimmer Durchgang für Ihren Mieter ist. Er läuft doch so viel hin u. her, das wird Schwierigkeiten geben. Er müßte sich mehr an das Wohnzimmer gewöhnen! Könnten Sie nicht vom Wirt einen Plan mit Maßangabe der Wände haben um in stillen Stunden über die Verteilung der Möbel klar zu werden? Man täuscht sich da sehr.
L. Fr. Wie schade, daß Sie nicht auch hier sind! Es ist eine wunderbar schöne Beleuchtung im Neckartälchen u. der Dilsberg grüßt herüber. Die Luft ist wie ein ganz zarter Schleier u. malt das Ganze zu einer so feinen wundervollen Harmonie. Ein Brief folgt ganz bald, ich hoffe in 1-2 Tagen.
Heute nur diesen herzlichen Gruß
KH.